HIL zur Problematik des Religionsunterrichtes

(gs/eh) Die Mitglieder der Humanistischen Interessengemeinschaft Leimen (HIL) trafen sich zu einem Austausch unter dem Motto: Ist Religionsunterricht noch zeitgemäß?

Man war sich schnell einig, dass Ostern eine gute Gelegenheit ist, auf die Problematik von Religionsunterricht hinzuweisen.

Religionsunterricht an staatlichen Schulen sieht die HIL als ein Problem. Religionsunterricht als ordentliches Unterrichtsfach hat u.E. an einer staatlichen Schule nichts zu suchen. Schulen sollten weltanschaulich neutral sein.

Religion als ordentliches Schulfach, gründet letztlich in der stillschweigend akzeptierten Annahme, dass die christliche Lehre und die ethischen Werte der Gesellschaft nahtlos übereinstimmen. Doch genau das ist heute – so einigte man sich - nicht mehr der Fall.

Religion und religiöse Erziehung sollen für Legitimation und Stabilisierung der jeweiligen Gesellschaftsstrukturen stehen. Aber kann man heute überhaupt noch von einer „Einheit des Glaubens" sprechen? Die Teilnehmer meinten: Nein.

Die heute bestehende heterogene Gesellschaft macht eine weltanschaulich neutrale Auseinandersetzung mit sozialen und ethischen Themen zwingend erforderlich. Man muss bedenken, Religion separiert die Menschen einer Gesellschaft. Es kam die  Frage auf: Wollen wir das? Können wir uns das leisten?

Im Laufe des Treffens wurde ein Zitat von Dr. M. Schmidt-Salomon (Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung) vorgelesen, dem uneingeschränkt zugestimmt wurde:

„Ich bin aus verschiedenen Gründen ein Gegner des konfessionellen Religionsunterrichts:

Erstens verstärkt er den Trend zur religiösen Gettoisierung der Gesellschaft.

Zweitens ist er ein Fremdkörper im schulischen Curriculum, das Erkenntnisse vermitteln soll, die belegt sind – nicht Bekenntnisse, die weitgehend widerlegt sind.

Drittens fördert der Religionsunterricht die problematische Neigung zum konventionellen Denken, da er grundsätzlich von einer göttlich vorgegebenen Werteordnung ausgehen muss.

Viertens untergräbt die religiöse Rückbindung der Normen eine politische Einsicht, die für plurale Gesellschaften maßgeblich ist: Denn Werte, die für alle gelten sollen, müssen auch für alle einsichtig sein, weshalb sie eben nicht auf religiösen Überzeugungen fußen dürfen, die weite Teile der Bevölkerung nicht akzeptieren.

Fünftens – und das ist vielleicht der schwerwiegendste Einwand – läuft der konfessionelle Religionsunterricht auf eine weltanschauliche Manipulation von Kindern und Jugendlichen hinaus.“(Quelle des Zitates: Pädagogik 7-8/2012, S.64)

Die Mitglieder der HIL meinen: Ist es nicht sinnvoller, den Kindern die Wahrheit zu vermitteln? Also besser: Evolution statt Himmel und Hölle. Wahrheit statt Märchen.

Ein weiterführender Text zum Thema: トZum ehrlichen Unterricht geh￶rt auch Evolutionモ

 

 

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